Von der Kakaopflanze bis zur Ernte

Kakaopflanzen werden bei generativer Vermehrung nach Befruchtung aus Samen gezogen oder, bei vegetativer Vermehrung, veredelt. Auf beide Verfahren geht dieser Beitrag ein.

zu 1 aus Samen. Alle Pflanzen durchlaufen Entwicklungsstadien, ausgehend von dem Samen bis zur Frucht, bzw bis zum Absterben der Pflanze. Die Entwicklungsstadien der Kakaopflanze sind von NIMENAK, N. et al. (2009) in den Annals of Applied Biology nach der weltweit gültigen BBCH-Norm von MEIER, U. et al. (2009), beschrieben worden. Es wird hier daher nicht näher auf die Entwicklungsstadien der Kakaopflanze eingegangen.

Kakaosamen überzogen mit einer schleimigen Gewebeschicht in einer Frucht.

 

 

 

Die

 

 

Samen sind die „Kakaobohnen“. Wie viele tropische Samen keimen sie schnell, manchmal sogar schon in der Frucht. Die Vermehrung erfolgt an in Baumschulen. In kleine Plastiktüten wird der Same in ein Keimsubstrat gelegt. Ist die Pflanze etwa 30 cm hoch, wird sie im Schatten größerer Bäume ausgepflanzt. Die Pflanze wächst rasch und trägt in der Regel erstmalig nach vier Jahren Früchte.

Die Blüten dieser Früchte wurden mit der Hand bestäubt. Daher die vielen Früchte am unteren Teil des Baumes. Dieses Verfahren ist mühselig, kann sich aber lohnen, weil es zur Ernteerleichterung beiträgt und weil die Früchte wegen möglicher Krankheiten unter ständiger Kontrolle stehen können..

Sämlingspflanzen in einer Kakaobaumschule vor dem Auspflanzen.

zu 2 Veredlung. Kakaopflanzen werden veredelt, indem ein Trieb der gewünschten Pflanze, das sog. Edelreis, in eine alte Pflanze, die sog. Mutterpflanze, gesetzt wird. Zu diesem Zweck löst man enen Span vom Ast und schiebt das angeplattete Edelreis in die Wunde. Die Wunde mit dem Edelreis wird über einen Verband fest verbunden. Wichtig ist, dass die urmeristematischen Gewebe des Kambiums bei der Pflanzenteile eng aufeinander liegen. Nach Anwachsen des Edelreises wächst daraus ein Trieb und ein Baum. Der alte Baum wird dann abgeschnitten (siehe Foto).

Die Schnittstelle des Edelreis` wird bei der Veredlung an die Wunde der Mutterpflanze angefügt.

Anfügen des Edelreis

Dieses Verfahren wird angewendet, um möglichst rasch neue Sorten auf einem alten Baum zu platzieren. Bei dem Edelreis handelt es sich um einen Klon (vegetativer Abkömmling) der gewünschten Edelsorte.

Ein Kakaobaum kann bis zu 15 Metern hoch werden, wird aber meist auf vier Meter gestutzt, damit die Ernte einfacher ist. Wie viele tropische Bäume laufen die Entwicklungsstadien beim Kakaobaum gleichzeitig ab. Reife Früchte, Knospen und Blütenkommen gleichzeitig vor. Blüten und damit die Früchte wachsen direkt am Stamm (Kauliflorie). Die Befruchtung erfolgt über Mücken und kleine Fliegen.

Kauliflorie: Die Blüten und Knospen sitzen direkt auf dem Stamm oder Ast.

Die Früchte sind in ihrer Größe, Farbe und Form unterschiedlich. In 4 bis 8 Monaten, je nach Lage, Temperatur und Sorte, reifen aus den befruchteten Blüten die  15 – 25 cm langen Kakaofrüchte heran. Ein Kakaobaum kann etwa 40 Jahre lang Früchte tragen. Pro Jahr trägt ein Baum etwa 20 bis 30, in guten Jahren bis zu 50 Früchte.

Kleinbauern mit der Ernte vor dem Öffnen der Früchte.

Heute werden hauptsächlich drei Kakaosorten angebaut: der kräftige und widerstandsfähige Forastero, der so genannte Basis- oder Konsumkakao. Außerdem der teure Edelkakao Criollo – ein „Würzkakao“ mit intensiven Aroma- und Duftstoffen und der robuste und aromatische Trinitario – eine Kreuzung der beiden anderen Sorten, die sowohl zum Edel- als auch zum Konsumkakao zählt.